die Aussteller
Martin Meyer
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Bruno Hofer

Bruno Hofer

Bruno Hofer wurde 1949 in Basel geboren. Sein Vater besass einen Friseursalon, in dem Bruno oft und gerne sass und den Hantierungen mit Kamm, Schere und Rasiermesser zusah. Aufgrund eines Down-Syndroms trat er 1963 in den Wohn- und Werkstättenbereich des Bürgerspitals ein. Zuerst war er lange Zeit in der Montage beschäftigt, bis er dort auffällig und renitent wurde, und man ihn deshalb in die 1993 gegründete Kreativwerkstatt versetzte. Walter Buess, der Leiter der Kreativwerkstatt, erkannte die künstlerischen Fähigkeiten des originellen, schlagfertigen und oft schrulligen Zeitgenossen, der während seines Lebens mit spröd-schrägem Witz viele Menschen zum Lachen brachte. Während seiner zehnjährigen schöpferischen Zeit durchlief Bruno Hofer künstlerisch mehrere Phasen und entwickelte einen eigenständigen und unverkennbaren Stil, dessen Authentizität herausstach. Am Anfang waren die Bilder noch von persönlichen Schicksalsschlägen wie dem Tod seines Vaters überschattet und zeugten häufig von gewalttätiger Intensität. Doch immer mehr fand Hofer zu einem entkrampfteren Stil. Seit 1997 genoss er im Atelier grösstmögliche Freiheit. Er war so etwas wie der „Grandseigneur“ der Kreativwerkstatt geworden, der sich seiner künstlerischen Qualitäten wohlbewusst war. Unter Sammlern bekannt waren seine Unikatkarten, die man als kleine Kunstwerke für wenig Geld erwerben konnte.1999 widmeten „Die Aussteller“ in Basel Bruno Hofer die erste Einzelausstellung. 2003 erkrankte Hofer schwer an einem Krebsleiden und wollte nicht mehr ins Spital eingeliefert werden. Am 19. Juni 2003 starb er und wurde unter grosser Anteilnahme von Freunden, Bekannten und Mitarbeitenden zu Grabe getragen. 2005 veranstalteten „Die Aussteller“ postum eine zweite Einzelausstellung.

Bruno Hofers Malerei in Acryl besticht bis heute durch den unverkennbaren Stil, der grosszügig, pastos und souverän in der Beherrschung der Fläche und der Farben wirkt. Der Tod des Vaters, existentielle Ängste und Irritationen spiegeln sich in den frühen Arbeiten, die oft noch mit Filzstift oder Kugelschreiber vollendet wurden. Hier trifft man auf wimmelnde Figuren: Monster, Menschen und Tiere. Wichtige Motive waren für Bruno Hofer die Fasnacht, Waggis-Wagen und Masken, aber auch der geliebte FCB, der sich auch farblich immer wieder nachweisen lässt. Bruno Hofer besass eine starke materiale Affinität zu seinem Malwerkzeug, das er zärtlich behandelte. Die Arbeitstechnik Hofers beschrieb Walter Buess einmal als „zerstreute Aufmerksamkeit“. Der Maler, dessen Arbeiten zwischen Lebenslust und Lebensangst hin- und herpendeln, liess seine Figuren, Fratzen und Geschichten scheinbar ungefiltert direkt aus seinem Unbewussten aufs Papier fliessen. Sein Lebenswerk, dessen abstrakter Teil durchaus einmal gesondert zu würdigen wäre, erscheint aus zunehmender Distanz fast von magischer Schönheit. Etwas hat Bruno stets gewusst: „I schaff nit für d’Chatz“ – wie er sich ausdrückte. Dass er sich dabei nicht geirrt hat, zeigt die Tatsache, dass das Forum Würth Arlesheim ihm, dem ersten grossen Art brut-Künstler der Kreativwerkstatt, in der Ausstellung „Nasen riechen Tulpen“ viel Platz zur Verfügung stellte, und er jetzt in der Sammelausstellung der Zwischennutzung 2014 wieder zu sehen ist.

Thomas Brunnschweiler






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Acryl auf Papier 20 x 13 cm

 

Acryl auf Papier 21 x 15 cm

Acryl auf Papier 32 x 45 cm