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Sebastian Kaeser

Sebastian Kaeser

Sebastian Kaeser wurde 1960 geboren. Eine Erkrankung als Kleinkind führte zu einer schweren körperlichen und geistigen Beeinträchtigung. Schon bevor er 1993 als einer der Gründungsmitglieder in der Kreativwerkstatt zu arbeiten begann, war er im Bürgerspital mehr als zehn Jahre tätig. Sebastian Kaeser, der von den meisten liebevoll „Baschi“ genannt wird, ist trotz seiner Behinderung fast immer fröhlich, mitteilsam und vor allem gegenüber attraktiven Frauen sehr charmant. Im Bürgerspital kennen ihn die meisten, und er spricht auch ihm unbekannte Menschen, die er gerne kennenlernen möchte, spontan an. Sebastian Kaeser ist seit Beginn seinem expressiven Stil treu geblieben. Seine Bilder zeigen manchmal menschliche Figuren, meist aber Häuser mit Türen und Fenstern. Vielleicht verbirgt sich hinter dieser Motivwahl die Sehnsucht nach Sicherheit und Behausung. Zuerst zeichnet er unbekümmert geometrische Figuren aufs Papier, um sie anschliessend mit Farben zu bearbeiten. Die Vorgehensweise von Sebastian Kaeser hat etwas Eruptives an sich. Ruckartig legt er Schicht um Schicht auf den Malgrund, ohne Rücksicht auf bereits Vorhandenes. Wenn ein Bild fertig ist, merkt er es intuitiv und freut sich dann auch sehr, wenn die Rückmeldungen der Betrachtenden positiv ist. Margret Mellert hat in ihrem grossen NZZ-Artikel über die Kreativwerkstatt Sebastian Kaesers Arbeitsweise in unvergleichlich präzise Worte gefasst: „Kräftig und kühn, bei aller körperlichen Mühsal – er steht seitlich an die Wand gelehnt, die spastische Rechte vor der Brust – zieht er seine Kreidestriche mit links, einen hausartigen Rahmen zunächst, legt dann Farbflächen übereinander, kratzt da und dort wild wieder weg, lässt Unterschichten hervorschimmern, und als eigentlich schon fast fertig scheinende Bilder in satten Rottönen dahängen, brusht er kobaltblaues Ecoline über alles. Wie dann, ach, auf allen vier Bildern das Blau übers Rot läuft und weiter die Wand hinunter, sinkt Baschi erschöpft auf einen Stuhl und betrachtet sein Werk. Sieht auch deine Skepsis und lacht triumphierend, als diese sich in Verblüffung verwandelt, weil das Blau im Eintrocknen sich zauberisch in den Hintergrund zurückzieht und dem Kreiderot erst recht plastische Struktur verleiht.“ Sebastian Kaesers Werke wurden seit der vielbeachteten ersten Gruppenausstellung in der Offenen Kirche Elisabethen im Jahre 1995 immer wieder gezeigt. Eine Einzelausstellung hat es leider von ihm bisher noch nicht gegeben.

Thomas Brunnschweiler




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Sebastian Kaeser, 11,8 x 19,4 cm